Glücksmomente – auch aus der Ferne

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Heute ist mal Papa dran:

Es gibt auch Glücksmomente, die man aus der Ferne erlebt. Momente, die nicht nur Glück in sich tragen, sondern auch einen Teil Vermissen und Sehnsuchtsschmerz.

Als ich am vergangenen Montag zur re:publica aufbrach, steckte der Große das erst mal ganz gut weg, er fragte mich, ob ich fliegen würde und erzählte mir, dass er mir dann wieder zuwinken würde. Die Liebste schrieb mir aber abends, dass das Zubettgehen äußerst schwierig war, da er gerne mich als Abend-Service gehabt hätte. Ging aber nun mal nicht.

Das zu lesen war erst mal natürlich kein Glücksmoment, doch irgendwie ging mein Herz doch ein wenig auf, als er sich in den nächsten Tagen beruhigte, mich aber dennoch vermisste. Bei Geräuschen sprang er auf und fragte: „Papa kommt?“ – Es tut gut, dass man vermisst wird, dass ihm auch an mir liegt, wenn ich nicht da bin. Ich bin ein fester Bestandteil seines Lebens und das ist so schön.

Wiedersehen

Als ich den Großen am Freitag wiedersah, gab es zwar kein – vielleicht zu erwartendes – dramatisches und überschwängliches Wiedersehen, aber alles fühlte sich ab dem ersten Moment wieder komplett an. Ich kam nach Hause und er quatschte mich wieder voll, erzählte mir in seiner üblichen Art alles gleichzeitig und wir waren alle paar Sekunden andere Tiere und Rollen.

Die Tochter ist da natürlich noch mit der Zeitlosigkeit kleiner Babys beschenkt, doch auch sie kann sich bereits über nein Wiedersehen freuen. Als ich heute nach Hause kam, erwartete mich meine Familie vor der Tür in der Einfahrt. Sie waren gerade von einem langen Spaziergang nach Hause gekommen und der Große spielte noch ein wenig vor dem Haus. Als sie mich erblickte, hüpfte das Mädchen förmlich auf und ab – so weit es ihr möglich ist. Dabei lachte sie laut los vor Freude. Ich merkte: Ein Mädchen ist glücklich – ein Mädchen sieht ihren Papa und freut sich.

Lautes Gelächter gab es auch noch einmal beim Ins-Bett-bringen: Da die Liebste heute bei einer Sneak-Preview im Kino ist, war es an mir, beide Kinder gleichzeitig ins Bett zu bringen. Die Frau gab mir den Tipp, einfach mal die Kleine ans Bett zu stellen und die beiden noch etwas spielen zu lassen. Ich wusste ja bereits aus eigener Anschauung, dass die beiden toll miteinander spielen können, aber dieses vielarmige und glucksende Chaos war auch mir neu. Beide tobten wild, begraptschten sich und kriegten sich kaum mehr ein vor Lachen., Die Maus lachte so laut und ausgelassen, dass sie direkt einen Schluckauf bekam. Bald darauf aber, nach ein bisschen Hin und Her – „Will nicht müde sein“ – schliefen beide friedlich wie zwei Engelchen.

In solchen Momenten wie den oben beschriebenen ist einfach alles vergessen, jedes Hadern, jeder Anflug von #regrettingfatherhood. Das Genervtsein, die Müdigkeit, die Enge, die Sorgen, all das ist weggelacht und schlummert mit den Kleinen ein, fliegt davon. Es fühlt sich richtig an, es ist richtig.     Jo

Ach ja, mehr Glücksmomente gibt es wie immer bei Pia zu lesen!

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